35. Oldtimer Grand Prix 2007
Große Ereignisse werfen ihre Nebel voraus….
Die Veranstaltergemeinschaft Oldtimer GP bat vom 10. – 12. August wieder zum historischen Tanz auf den Nürburgring.
Dicke, graue Nebelschwaden machten am Eröffnungstag den Teilnehmern, Zuschauern und Veranstaltern das Leben schwer.
Am Freitag, der traditionell mit Marathon und Nürburgring Challenge die grüne Hölle zum Beben bringt, war die Rennstrecke in unheimliche Stille und in einen grauen Schleier eingehüllt, der sich den ganzen Tag nicht verziehen wollte und mit Sichtweiten unter 20 m Trainingsläufe und Rennen auf GP-Kurs und Nordschleife unmöglich machte.
Als sich dann am Samstag der Himmel aufklarte und uns strahlende Sonne und sommerliche Temperaturen den Rest des Wochenendes für den verkorksten Freitag entschädigten, sah man rundherum ebenso strahlende Teilnehmer und glückliche Zuschauer.
Der Große Preis von Deutschland von 1957 wurde wieder Thema: im dramatischsten Formel 1 – Rennen aller Zeiten gewann Juan Manuel Fangio vor genau 50 Jahren im Maserati 250F aus dem Mittelfeld kommend das Rennen und vorzeitig seine 5. Welt-meisterschaft.
Gleich 10 originale Maserati 250F mit rund 3000 PS aus 60 Zylindern waren am Wochenende zu bestaunen. Der Fangio-Maserati 250F blieb allerdings im Motor–Klassik – Zelt, während seine Brüder Renneinsatz hatten oder über die Nordschleife röhrten.
Insgesamt 650 Teilnehmer aus 19 Ländern waren angereist, um sich in spannenden Mehrkämpfen zu messen und dem Publikum Glanz und Gloria vergangener Jahrzehnte zu bieten.
Im kompakten Zeitplan drängelten sich F1-Boliden bis Baujahr 1978 mit Fahrzeugen, die ehemals Nicki Lauda, Jackie Stewart oder Rolf Stommelen bewegt haben, die World Sportscar Masters mit ihren Lola T 70, Porsche 906, 908 und 910 – zweisitzige Rennwagen aus der Marken-Weltmeisterschaft.
Für Furore sorgte auch der Orwell SuperSportsCup mit seinen Big Banger aus CanAm und Interserie wie McLaren, March, Lola und BRM und auch seinen superschnellen Zweiliter-Sportprototypen.
Nicht zu vergessen auch die historischen Tourenwagen mit Mini Cooper S, BMW Ti oder Alfa Romeo GTA und die GT-Fahrzeuge mit Rennversionen von AC Cobra, Lotus Elan etc., die mit spannenden Klassenkämpfen für Begeisterung sorgten.
In der FIA Lurani Trophy lieferten sich die Formel Junior einen harten Wettbewerb–Fahrzeuge teils mit Front- und teils mit Heckmotoren, die im nächsten Jahr ihr 50–jähriges Jubiläum feiern werden.
Das Starterfeld der zweisitzigen Rennsportwagen und GT bis 1960 brachte die Eleganz der 50er Jahre zum Nürburgring. Die Ferrari, Maserati, Porsche, OSCA und Lotus Eleven boten mit ihrem Einstunden-Rennen am Samstagabend ein Highlight.
Das jüngste Kind der Veranstaltung – Revival Deutsche Rennsportmeisterschaft – weckte Erinnerungen an die populäre Rennserie von 1972 – 1981 mit Fahrzeugen wie dem Ford Renncapri, der Chevrolet Corvette, den BMW M1 Pro Car und vielen weiteren unver-gessenen Typen.
Im Lauf der Vorkriegswagen, mit denen eigentlich vor genau 35 Jahren „alles“ begann, zeigten Bugatti, MG, Aston Martin, Bentley, Lagonda, Miller, Talbot und BMW was sie noch drauf haben - unser Clubmitglied Uli Sauer aus Iserlohn war mit seinem BMW 328 zum 35. Mal beim Oldtimer GP dabei – immer derselbe Uli und immer derselbe BMW.
Glückwunsch.
Die ältesten Fahrzeuge des Wochenendes waren stilecht untergebracht im historischen Fahrerlager und im Zelt des CHRSN, welches wie in den Vorjahren wieder Dreh- und Angelpunkt war – nicht nur für unsere Clubmitglieder und Gäste, sondern auch für die zahlreichen Zuschauer, die auf ihrem Weg von den Tribünen zum neuen Fahrerlager gerne bei uns verweilten.
Alles in allem wieder ein gelungenes Fest für Augen und Ohren und abgesehen von dem vernebelten Auftakt, der dennoch der Stimmung der meisten keinen Abbruch tat, ein schönes Wochenende und Bestätigung für die, die im Vorfeld und vor Ort organisiert und geholfen haben.
Wir freuen uns schon jetzt auf den Oldtimer GP 2008 – und dann scheint auch an 3 Tagen die Sonne… |