Am Samstag, dem 18. Juni 1927, hat sich die Region um Adenau, Nürburg und Hohe Acht fein herausgeputzt. Besuch wird erwartet, aus dem ganzen Deutschen Reich und dem benachbarten Europa. Der Nürburg-Ring, man schrieb das Wort damals noch mit Bindestrich, wird eröffnet.
Die Festredner erinnern an die 1925 begonnene Bauphase, in der zeitweilig bis zu 3.000 Arbeiter mit der „Ersten Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke“ beschäftigt waren. Nach der Eröffnungsfeier hat der Motorsport das Wort, Motorradrennen zuerst, einen Tag später die Wagen. Erster prominenter Sieger: Rudolf Caracciola auf Mercedes S. Noch im Eröffnungsjahr erlebt die neue Rennstrecke mit dem Großen Preis der Motorräder, dem vom Automobilclub von Deutschland (AvD) veranstalteten Großen Preis von Deutschland für Rennwagen und der Radweltmeisterschaft drei weitere sportliche Höhepunkte, die auch die wirtschaftliche Bedeutung der Anlage immer deutlicher werden lassen.
Unter die Rennen, die Geschichte machten, geht der Große Preis von Deutschland 1928 als „beispiellose Hitzeschlacht“ ein. Es gewinnt Christian Werner auf Mercedes. Im Streckenabschnitt „Bergwerk“ kommt bei einem Unfall der tschechische Bugatti-Fahrer Vincenz Junek ums Leben.
Die Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit in Deutschland wirken sich auch auf den Nürburgring aus. Aufwärts geht es mit dem Beginn der „Ära der Silberpfeile“ von Mercedes und Auto Union im Jahre 1934. ADAC-Eifelrennen und die Großen Preise melden immer neue Rekordzuschauerzahlen. Bernd Rosemeyer gewinnt auf Auto Union 1936 sowohl das Eifelrennen als auch den Großen Preis. 1937 gewinnt der blonde Emsländer das Eifelrennen, beim Großen Preis ist Mercedes-Star Caracciola siegreich. |