C.H.R.S.N.
ARCHIV / Jahr 2002

 

Nachlese zum 29. Oldtimer Grand Prix 2002

  Ein Fest für die Sinne
 

Der 30. Oldtimer Grand Prix vom 08. – 11. August 2002 fand zwar unter erschwerten Wetterbedingungen statt, dennoch wurde eine Show geboten, die die Anreise zum Nürburgring lohnte. Die Fans, die in einem Wechselbad von Sonnenschein und heftigen Regengüssen den Nürburgring live erleben durften, kamen ins Schwärmen ob des optischen und akustischen Hochgenusses rund um die Nürburg.

 

In geballter Form wurde wieder historischer Motorsport präsentiert. Fast 600 Starter aus 20 Nationen traten an, um im 75. Jahr des Nürburgrings ihre PS zu messen und boten Triebwerks-Wohlklänge aus früheren Jahrzehnten vom Feinsten. Der Ring glänzte 3 Tage lang im funkelnden Lack vergangener Jahre. Zuschauers Freud, Fahrers Leid – die neue Mercedes-Arena. Gefahren wurde der GP-Kurs mit dem neuen Streckenabschnitt der sogenannten ‚Haug-Spange‘, Rempeleien waren absehbar. Die Schikane hinterließ im wahrsten Sinne des Wortes nachhaltige Eindrücke, der ein oder andere wurde hier kalt verformt.

Die Rennen  

                               

Historic Marathon 400

Der Historic Marathon 400 auf der legendären Nordschleife war natürlich wieder Programm. Über 100 Fahrzeuge starteten am Freitag um 15.00 Uhr zu einer dreistündigen Hetzjagd durch die grüne Hölle. U.a. am Start der 2-fache Rallye-Weltmeister Walter Röhrl auf einem Porsche 356.
 

Großwildeinsatz: insgesamt 9 Jaguar kämpften um den Klassensieg, darunter auch unsere Clubmitglieder Rolf Lamberty und Oliver Louisoder, die mit ihrem Jaguar E-Type im übrigen einen passablen Platz in der Gesamtwertung herausfuhren – trotz gerissenem Gaszug, den Rolf mit dem Band seiner Eintrittskarte behelfsmäßig reparierte, sodaß er – mit nur einer Hand am Lenkrad – den Zieleinlauf schaffte. Eine beachtliche Leistung. (... daß er alternativ auch einen Schnürsenkel hätte verwenden können, ist ihm erst in der folgenden Nacht eingefallen.) 

Die geplante Open Air – Siegerehrung mußte wetterbedingt kurzfristig von der Boxengasse ins Driver/Team-Zelt verlegt werden.

 
Rennsportwagen und Sportprototypen der 50er Jahre
Ein Highlight war das einstündige Abendrennen der Rennsportwagen und Sportprototypen der 50er Jahre, die am späten Samstagnachmittag mit einer Le Mans-Start-Vorführung begannen und in die Dämmerung hinein fuhren. Zielankunft des siegreichen Maserati 300 S im Party-Zelt unter tosendem Beifall der Gäste.
 

 

Schongang: Matadorenlauf für seltene Rennwagen aller Epochen

Ohne Rennstreß wurden diese Raritäten dem Publikum vorgestellt. In zwei Demonstrations-Läufen auf der GP-Strecke und freitags auch auf der Nordschleife konnten die stolzen Besitzer ihre historisch besonders wertvollen Fahrzeuge präsentieren, die – wenn sie nicht im Einsatz waren – im historischen Fahrerlager bewundert werden konnten. Ständig standen Menschentrauben vor den tollen Fahrzeugen wie Ferrari 330 P4, Dino 246, O.S.C.A. MT4, Maserati A6 GCS, Mercedes Benz SSK und vielen weiteren Marken wie Aston Martin, Talbot, Bentley, Jaguar, Porsche, Riley, Veritas, Stanguellini und und und...
 
Rennsportwagen bis 1940
Wieder am Start: die Rennsportwagen bis Baujahr 1940 und ebenfalls wieder dabei - und zwar zum 30. Mal – unser Clubmitglied Uli Sauer und sein BMW 328, der Uli in 30 Jahren Oldtimer GP-Geschichte nur ein einziges Mal im Stich ließ! Mach weiter so, Uli – wir werden Euch beide beobachten... schließlich gehört Ihr inzwischen schon zum festen Inventar.
 
FIA-Läufe

Um Punkte für die FIA-Europameisterschaften wurde hart gekämpft im vollen Starterfeld der Tourenwagen, die ein 60-Minuten-Rennen mit Fahrerwechsel bestritten.

Heiße Tänze um FIA-Punkte auch bei den Grand-Tourisme-Fahrzeugen, die in 2 Rennen großartige Action boten, und bei den FIA-Formel-Junior-Fahrzeugen (egal, ob der Motor nun vor oder hinter dem Fahrer eingebaut war).

 
European Sports Prototypes

Spektakuläre Szenen boten - wie in den Vorjahren – die European Sports Prototypes mit den wunderschönen Lola T 70, Chevron B 16 u.a. ... allesamt Fahrzeuge, die zwischen 1963 und 1971 ihre Langstreckentauglichkeit hinreichend bewiesen haben und auch in diesem Jahr erneut die Magenwände der Zuschauer vibrieren ließen.

Erstmals wurde in dieser Serie ein Porsche 908/3 eingesetzt, einer von insgesamt vier gebauten ehemaligen Werkswagen. Mit diesem 450 PS starken offenen Sportprototyp sicherte sich Porsche 1970 und 1971 den Gesamtsieg beim Marken-Weltmeisterschaftslauf auf dem Nürburgring.

 
Historische Formel 2
Nach kurzer Pause wieder zurück am Ring: die historischen Formel 2 – Wagen aus den Baujahren 1967 – 71. Die 250 PS starken Monoposti aus bekannten Rennställen wie Lola, Lotus oder March lieferten 2 spannende Rennen mit aufregenden Kopf-an-Kopf-Zweikämpfen.
 
Die Jüngsten: Gruppe C / 5 / IMSA - Sportwagen
Packende Rennen boten die Läufe der Gruppe C / Gruppe 5 / IMSA – Sportwagen aus den 80er Jahren. Das jüngste Fahrzeug am Start:  der Kremer K8-Spyder aus dem Jahre 1992.
 
Die Ältesten: Grand Prix – Wagen bis 1960
Nachhaltige Eindrücke hinterließ das Feld der Historischen GP-Fahrzeuge bis Baujahr 1960 mit klangvollen Namen wie Bugatti, Ferrari, Maserati oder Riley Brooke. Die Hochkaräter blieben auf Tuchfühlung, im Gesamtklassement führte sonntags ein Lotus 16 die Meute an.
 
Formel 1 / Force Classic GP Cars
Einen Rückblick auf die jüngere GP-Geschichte präsentierten die Läufe der Formel 1-GP-Wagen der Jahrgänge 1967 – 78, die harten, aber fairen Motorsport boten. Man schenkte sich nichts, letztendlich hatte ein Brabham BT 33 DFV die Nase vorn.  Alles in allem ein motorsportlicher Hochgenuß, den wir gerne im nächsten Jahr wieder erleben möchten – dann aber vielleicht bei etwas geringerer Luftfeuchtigkeit....